In den letzten Wochen ist das Semester voll in Gang gekommen und einiges Weiteres passiert. Ich blättere mal im Kalender zurück und berichte ein bisschen davon, was so los war.
Im Mai erschien im Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt eine Replik meiner Kollegin und Freundin Charlotte Jacobs und mir auf einen Artikel von Jantine Nierop. Auf Twitter und darunter entbrannten wütende Diskussionen. TERFs, sich selbst als Feministinnen verstehende Personen, die trans Frauen nicht mit einschließen in ihre Kämpfe, wetterten. Das war anstrengend, zumal in der Woche vorher schon ein Shitstorm angesichts dessen, dass auf evangelisch.de ein ebenfalls transfeindlicher „Meinungsartikel“ von einigen inkl. mir kritisiert wurde. Auf Twitter war es also auch anstrengend.
In der Eule, die jetzt schon sechs Jahre alt ist und seit März 2021 bin ich mit der Sektion F dabei, sind drei Kolumnen erschienen. Im April zur Alle Kinder Bibel, im Mai zu Dorothee Sölle und jetzt im Juni zu negativen Kinderbildern bzw. „das ist doch alles Kindergarten hier!“ als Anklage in einer Diskussion. Zu Dorothee Sölle hatte ich bereits für die Neuen Wege einen Artikel geschrieben und durfte im Amt für Gemeindedienst der ELKB einen Workshop zu ihr halten. Zum ersten Mal kamen zu einer Veranstaltung im „forum frauen“ auch Männer, sagte mir die Organisatorin. Wir lasen zusammen aus ihrer Autobiografie, Mutanfälle und liturgische Texte.
Letzte Woche habe ich dann sowohl einen Vortrag zu Wie ist Jesus weiß geworden im Collegium Oecumenicum München gehalten als auch einen Workshop zu Reformation und Gender für den Pfarrkonvent von Schwäbisch-Hall, der in Pullach residierte. Beide Veranstaltungen standen für mich noch ganz unter dem Eindruck vom Kirchentag, insbesondere der Predigt im Abschlussgottesdienst von Quinton Ceasar, den ich nach dem Abend der Begegnung bei der Parlamentarischen Nacht der Grünen noch gesprochen hatte. Er bekommt gerade auch viel Shit ab.
Für mich war beim Kirchentag tatsächlich intersektionales Denken gegen rassistische und queerfeindliche Strukturen in Kirche und Gesellschaft Hauptthema, das alles andere überstrahlte. So ging es vielen anderen ja auch.
Dass ich sogar ein Teil vom Kirchentagsprogramm war, weil ich bei einem Speeddating mit geschlechtersensiblen Theologien feministische Theologie vertreten durfte, war mir eine Ehre und dann auch ein super Erlebnis. Gemeinsames Hirnen und Ringen um Gen 2 nach dem Impulsvortrag, den ich hier auch einmal hochlade. Im Vortrag habe ich „trans Frauen sind Frauen“ einmal ganz deutlich gesagt und viel Beifall dafür bekommen. Das hat mich so gefreut!
Ein bisschen Kuddelmuddel im Rückblick. Nebenbei wird die Diss irgendwie fertig – hoffentlich. Die HiWi redigiert klasse. Zwei andere Texte liegen auch gerade noch zur Redaktion durch andere vor. Mit zwei Kolleginnen bereite ich den Dies Academicus im WiSe vor, obwohl mein Vertrag vorher endet. Die Zukunft ist noch ungewiss. Die Arbeitsagentur hat mir aber mal eine Bewerbung bei einem Institut für Kulturpflanzen vorgeschlagen…
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