Zum ersten Mal fanden im Sommer 2021 die Kritischen Tage statt. Mit meinen Kolleginnen Dolores Zoé Bertschinger und Charlotte Jacobs hatte ich den Eindruck, dass die Themen, die für uns wichtig sind, im Curriculum zu wenig Platz hätten und wollten einen Raum für Wissensaustausch und Begegnung schaffen. Dieses Jahr finden sie zum vierten Mal statt – und zwar deswegen, weil es coole Leute gibt. Das ganze ist eine Graswurzel-Geschichte: Zwar gibt es ein Orga-Team, das aus Analucia Löschke Centeno (ST, Koblenz), Isabell Jakob (RW, Marburg), Paulina Rinne (RW, Marburg), Anna-Lena Passior (Relpäd und Transformationsstudien, Hannover), Charlotte Jacobs (ST/E, Jena) und mir besteht, aber wir rufen nur auf und ordnen ein bisschen das, was kommt.
Dieses Jahr haben wir zum Thema „Bildet Banden! Komplizierte Kompliz*innenschaft in der Religionsforschung“ aufgerufen und sammeln bis Mitte August Paper, um dann für den November Kritische Tage zusammenzustellen zu den Themen und zu den Zeiten, die für Menschen passen. Hier ist der Call – ebenfalls unten. Herzliche Einladung mitzumachen!
Ich hoffe sehr, dass die KT sich weiterhin verstetigen und Menschen miteinander verbinden, um gemeinsam an Themen weiterzuarbeiten. Das Ganze hat schon den Anspruch einer engagierten Wissenschaft. Manche Menschen nehmen ja an, dass Aktivismus und Wissenschaft nicht miteinander vereinbar seien, weil Aktivismus nicht objektiv wäre, sondern eine feste Position hätte. So etwas wie Objektivität gibt es aber auch in „der Wissenschaft“ nicht. Und selbstverständlich sind Wissenschaftler*innen auch nicht positionslos. Die meisten verschleiern sie nur besonders gut. Gleichermaßen hängt Aktivismus auch mit Wissen zusammen, aus dem etwas abgeleitet wird. Engagierte Wissenschaft ist nicht gleich Aktivismus, aber es ist eine Form von Wissenschaft, die ihre Kontexte nicht negiert und sich bewusst in diese hinein äußert.
Hinterlasse einen Kommentar