Dieses Semester ging auf eine Art schneller vorbei als gedacht. Nun geht die erste Woche der vorlesungsfreien Zeit zu Ende und ich merke, wie mich das Nicht-Pendeln-Müssen entspannt. Gleichzeitig bedeuten „Semesterferien“ ja nicht, dass ich erst im April wieder arbeite. Ich resümiere mal, was im vergangenen Semester so los war.

Dieses Semester habe ich zwei Seminare gegeben. „Othering in der Christ*innentumsgeschichte“ und „Konfession und Herrschaft“. In beiden Seminaren habe ich eine neue Struktur getestet: „Wahrnehmen“-Sitzungen, in denen wir „klassisch“ kirchengeschichtlich mit Quellen und Sekundärliteratur gearbeitet habe und „Anwenden“-Sitzungen, in denen Studierende als Erweis ihrer „aktiven Teilnahme“ in Gruppen Sitzungselemente vorbereitet haben, die das, was wir kirchengeschichtlich erarbeitet haben, übertragen haben auf den Kontext Religionsunterricht und Schule. Zum Beispiel wurden RU-Schulbücher daraufhin analysiert, ob diese eher Stereotype bis hin zu Diskriminierung reproduzieren (ja!) und was verbessert werden könnte. Außerdem wurde in die Curricula geschaut, wann welches der behandelten Themen oder Aspekte eigentlich im RU vorkommen könnte. Beide Seminare deckten etwa 1900 Jahre Kirchengeschichte ab – vom NT bis zum NS. Das war zu sprunghaft, hat die Evaluation gezeigt. Im nächsten Semester wird der betrachtete Zeitraum wieder kürzer!

Mitte November habe ich die Rückmeldung erhalten, dass die Reihe, in der ich meine Dissertation gern veröffentlichen wollte, die Diss angenommen hat. Zugegebenermaßen habe ich für die Drucklegung erst angefangen, aber das scheint mir eine Mammutaufgabe zu sein. Ich habe – G*tt sei Dank – keine inhaltlichen Auflagen, aber formal ist dann doch Einiges zu tun und mancherlei Straffung täte dem Ganzen sicherlich gut. Im Idealfall würde ich mir dafür mal so richtig Zeit am Stück nehmen, aber das sehe ich gerade noch nicht ganz kommen, was natürlich auch an meiner Zeitplanung insgesamt liegt.

Ebenfalls im November habe ich zum ersten Mal mein Post-Doc-Projekt auf der ESWTR-Tagung vorgestellt. Das war aufregend, hat aber auch gut geklappt. Nächste Woche stelle ich zum ersten Mal im (Post-)Doktorand*innen-Kolloquium in Oldenburg vor. Darauf bin ich auch sehr gespannt, weil ich jetzt – auch angeregt von meinem Doktorvater – mein Exposé zum Projekt geschrieben habe und in dem Zusammenhang sich nochmal einiges klarer konturiert, wie es weitergeht. Ist eben doch echt sinnvoll sowas zu schreiben; habe ich vorher nur nicht ganz so sehr gedacht, zugegebenermaßen. Nächste Woche werde ich auch das erste Mal in Hamburg im Archiv sein und hoffe sehr, dass das, was ich mir so gedacht habe dort möglicherweise finden zu können, auch tatsächlich klappt!

Ein Semesterthema, das mich in zwei Veröffentlichungen und auch im „Othering“-Seminar begleitet hat, war „Dis/ability“. Wenn’s dazu was Neues gibt, schreibe ich es dann auch hier hin… Zwischendurch waren es vor allem BA- und MA-Arbeiten, die sehr viel Zeit und Kopf gekostet haben. Der November war übrigens außerdem auch noch damit gefüllt, dass die Kritischen Tage stattfanden. Ich habe sehr viel gelernt und neue Impulse bekommen. Sei es der „Christian Pride Month“ Dezember oder von Sonja Thomaier „Parodie“. Ich habe in einem Panel was zu „Fat Jesus“ vorgestellt. Systematisches Denken fehlt mir manchmal und das war dann eine gute Gelegenheit, mal wieder in sehr spezifischer Weise darin einzusteigen. Aber natürlich hatte auch „Konfession und Herrschaft“ sehr systematische bzw. konfessionskundliche Inhalte.

Natürlich ist die Wahl gerade ein großes Thema (hier dazu was von mir in der Eule), das begleitend mitläuft, aber die Aktualität von „Konfession und Herrschaft“ hat sich sowohl im Zusammenhang mit Trump und Mariann Buddes Predigt, als auch Friedrich Merzens Zusammenarbeit mit der AfD gezeigt.

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