Bald startet wieder der Semesterbetrieb. Mit einem Blockseminar vom 1. bis zum 3. April, das sich mit Kirchenraumpädagogik, Konfessionskunde und Perspektiven auf den Christlichen Religionsunterricht, der bald in Niedersachsen eingeführt wird, befasst und das ich gemeinsam mit meiner Kollegin JProf. Dr. Steffie Schmidt aus Osnabrück Studierenden aus Oldenburg und Osnabrück gemeinsam anbiete. Vier Kirchen verschiedener Konfessionen werden wir mit unterschiedlichen Perspektiven und „Anleitungen“ anschauen. Vorfreude!!!
In den vergangenen Wochen seit dem „Semesterende“, also seit dem Ende der Vorlesungszeit, war ich viel unterwegs in verschiedenen Archiven und habe gesammelt.
Ein paar Einblicke in die vergangenen Wochen (seit dem letzten Blog-Beitrag) und bis zum Semesterstart möchte ich geben, weil diese ganz gut die Vielfalt von Aufgaben zeigen, die meine Arbeit beinhaltet:

img_3820

KW 7: Aus dieser Woche möchte ich auf drei Termine, die ich hatte, eingehen.
In der Woche traf sich die vom Evangelisch-Theologischen Fakultätentag (ETFT) und von der Konferenz der Institute für Evangelische Theologie (KIET) eingesetzte Arbeitsgruppe, die sich mit den Folgen aus der ForuM-Studie befasst. In dieser Gruppe arbeite ich mit, weil ich aktuell im Vorstand der Interessenvertretung des wissenschaftlichen Mittelbaus an Evangelisch-Theologischen Fakultäten und Instituten für Evangelische Theologie (IVWM) bin. Das habe ich schon einmal in Münchener Zeiten gemacht (2020/21) und erlebe das Gremium als seit dem sehr viel etablierter. Dafür durfte ich bspw. auch bei der Ausbildungsreferent*innenkonferenz auf EKD-Ebene dabei sein.
Ansonsten war ich in dieser Woche das erste Mal im Hamburger Staatsarchiv. Dort habe ich verschiedene Akten für mein Post-Doc-Projekt eingesehen. Das ist jedes Mal sehr aufregend, ein neues Archiv zu betreten und nur zu erahnen und zu hoffen, was mensch dort finden kann.


Zwischen meinen Archivtagen konnte ich im Rahmen des Kolloquiums bei meiner Chefin gleich ein paar grundsätzliche Gedanken zum Projekt teilen als auch aktuelle Archiverkenntnisse und potenzielle Folgen daraus diskutieren. Das Eigene vorzustellen und dann auch so kluge Rückfragen wie von meiner Chefin und meinen Kolleg*innen zu erhalten, bringt enorm viel!

KW 8: Drei Termine aus dieser Woche – alles online Besprechungen. Zunächst hat sich das Tagungsvorbereitungsteam für die nächste nationale Tagung der deutschen Sektion der ESWTR (European Society of Women in Theological Research) getroffen. Zur letzten Tagung im November bin ich mit der Devise hingefahren, bloß nicht im Tagungsvorbereitungsteam für die nächste Tagung zu landen, weil ich den Workload scheute. Und dann kam es natürlich doch so. Weil es ein überfälliges Thema ist (Dis/ability!) und außerdem die Mitstreiterinnen im Team oberklasse. Das Zusammenarbeiten läuft sehr reibungslos!
Dann hatten wir als Institutskollegium ein Gespräch zum Thema „Vokation“ mit der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Über die Zulassung, Religionsunterricht zu erteilen, entscheiden „die“ Kirchen; namentlich evangelische und katholische Kirche. Für Menschen außerhalb derer, die ein Studium absolviert haben, aber anderen Gemeinden/Konfessionen angehören, ist der Zugang zum Lehramt auch von diesen abhängig. Darüber wurde sich ausgetauscht und vielleicht konnten wir vermitteln, dass das durchaus ein Problem ist.
Dritter Termin: Eine Arbeitsgruppe mit lauter schlauen und coolen Leuten zu Queer Theology und Antisemitismuskritischer Theologie. Und ich möchte noch nicht viel verraten, aber ich lerne da unglaublich viel und bin dankbar für Lese- und Diskutiermöglichkeiten!

KW 9: Hier kam übrigens das zweite Mal die Krankheitswelle zu uns. Und zu uns heißt ja ein Kitakind und zwei Erwachsene. In diesem Winter und Frühjahr hat es ja viele besonders heftig erwischt. Gar nicht schön! In der zweiten Wochenhälfte bin ich trotzdem, aber dann eben krankheitsbedingt kürzer, ins Schleswig-Holsteinische Landesarchiv nach Schleswig gefahren.
Eine gute Nachricht der Woche war aber, dass eine Rezension von mir erschienen ist. Ich war überglücklich, dass ich „Queer im Pfarrhaus“ (hg. von Katrin Burja und Traugott Roser) für das zeitzeichen rezensieren durfte, weil ich – klingt vielleicht komisch – aber so noch einmal mit besonderer Ruhe und Aufmerksamkeit diesen mehr als spannenden Sammelband lesen konnte!

Das Bild ist ein Foto des Titelblatts der Zeitschrift "zeitzeichen" in seiner Märzausgabe von 2025.

KW 10: Aus dieser Woche möchte ich ebenfalls von Videokonferenzen berichten: Einmal habe ich mit einer Studentin über ihre Hausarbeit gesprochen. Veranstaltungsfreie Zeit bedeutet ja für Studierende Prüfungsleistungen ablegen und für mich dann anschließend diese zu bewerten. In ihrem Fall war es die Qual der Wahl sich auf ein Thema festzulegen. Das kann ich gut verstehen, dass das eine Schwierigkeit ist, wenn mensch sich für Vieles interessiert!
Ein anderer Termin fand mit meinen direkten Kolleginnen statt. Teil unserer Arbeit ist es, Zeitschriftenbeiträge durchzusehen und den Autor*innen Rückmeldungen zukommen zu lassen. Wir hatten uns die Beiträge schon vorher aufgeteilt, haben dann aber im Verlauf gemerkt, dass Fragen aufgetaucht sind. Die haben wir zusammengetragen und z. B. auch überlegt, welche Informationen in dem Style Sheet, also der Vorgabe, wie die Zitate eingetragen werden sollen, noch fehlen.
Außerdem habe ich in dieser Woche ein Gutachten zu einer BA-Arbeit verfasst und beim Prüfungsamt eingereicht. Dafür brauche ich tatsächlich viel Zeit (und bisher immer so um die 5–6 Seiten), weil ich das gründlich und gewissenhaft machen möchte.

KW 11: Diese (zum jetzigen Zeitpunkt letzte) Woche war crazy, weil ich so viel unterwegs war. Als erstes war ich im Archiv der Lutherkirchengemeinde in Leer. Für eine Tagung im November soll ich deren NS-Zeit erforschen und habe dafür das, was vor Ort im Gemeindearchiv liegt angeschaut. Ich war auch im Archiv der Superintendentur, aber das meiste ist nach Hannover abgeführt worden ins Landeskirchliche Archiv. Praktisch für mich, weil mein Weg dahin natürlich kürzer ist! Für mich war das sehr spannend, weil ich ja nicht wie sonst in einem online Findbuch oder eben auf einer Archivwebsite im Vorhinein sehen konnte, welche Bestände es gibt. Die Gemeindesekretärinnen und der Pastor waren aber sehr hilfreich, sodass ich mir gut einen Überblick verschaffen konnte und – dankenswerterweise auch dort, wie in Hamburg und Schleswig – Fotos machen konnte. Manches habe ich mir aber auch händisch notiert.

Außerdem war ich bei einer Tagung in Schwerin zur jesuitischen Mission in Norddeutschland. Das hat mir viele grundsätzliche Einblicke in Erforschungen der Jesuiten gegeben. Zugegebenermaßen ist Kirchengeschichtsschreibung ja sehr konfessionell geprägt. Nun aber einmal einen anderen Blick auf Verläufe, Personen, Dynamiken und Zeiten zu erhalten, war für mich hilfreich. Und obendrein ist Schwerin ja eine wunderschöne Stadt! Wir durften sogar in die Schlosskapelle hineingehen!

Das Bild ist ein Foto des Schweriner Schlosses.

Und jetzt gerade bin ich auf dem Weg zu einer hochschuldidaktischen Veranstaltung. Dort mache ich eine Fortbildung zum digitalen Lehren und Lernen. Im Vorhinein gab es schon eine digitale Selbstlerneinheit, die mir die Vielfalt des Angebots noch einmal deutlich vor Augen geführt hat. Die meisten Tools kannte ich gar nicht und bin nun gespannt, was ich in den beiden Fortbildungstagen lernen werden!

Hinterlasse einen Kommentar