Es gibt ja so manche Zauberworte, die muss einer*m erst jemensch erklären. Third Mission gehört dazu und meint, dass Leute van der Uni nicht nur mit Leuten von der Uni arbeiten und reden, sondern neben Lehre und Forschung als Drittes auch mit Gesellschaft und im Fall von Theologie also auch mit Kirche und insbesondere an einem Institut mit Schule im Kontakt sind und hier ihre Erkenntnisse platzieren. Und ich gebe zu, ich mache das einfach sehr gern. Also meine (intrinsische) Motivation ist da extrem hoch.
Gleichzeitig ist mein Eindruck, dass die Wertschätzung dafür, sich wirklich dieser Third Mission zu widmen, nicht unbedingt eine ist, die viel Anerkennung erfährt. Publikationslisten oder Drittmittelsummen zählen, so vermute ich, eigentlich mehr. Und eigentlich ist so ein Ranking, in dem Lehre schon wieder hinten runterfällt per se ein Problem.
Mit einem Freund, der auch im gleichen Bereich arbeitet, habe ich mich darüber unterhalten, ob es nicht vielleicht auch ein bisschen „weiblich“ ist mit dieser Wissenschaftskommunikation. Sie erfährt wenig Ansehen und findet in einem weniger konkurrenz-aufgeladenen, sondern eher kooperativen Rahmen statt. Und natürlich ärgert es mich, dass ich an binäre Geschlechterdichotomien dabei denke, aber mir scheint es da schon auch phänomenologische Verbindungen zu geben, die ich jetzt nicht empirisch ergründen werde, aber gespannt wäre, wenn andere dazu arbeiteten.
Ich merke bei mir, dass ich mich aber auch selbst ausbremse, was insbesondere das Forschen betrifft. Und daran möchte ich arbeiten und 2026 wieder mehr Priorität auf mein Post-Doc-Projekt legen. Mein Vorsatz für 2026 ist, dass es des Jahr des „nö“ wird… aber ich merke, auch wenn ich weniger „ja“ zu wunderschönen Anfragen sage, muss ich mich noch weiter im „nö“ sagen üben.
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